Makros und Mikros neue Begriffe der Digitalisierung?

Wer kennt das nicht? Morgens zählen wir jede Sekunde, die wir länger im Bett liegen können, das gesunde Frühstück bleibt oft auf der Strecke. Im Büro hetzen wir von Termin zu Termin. In der Mittagspause gönnen wir uns etwas vom Imbiss. Die Schreibtischarbeit wird von Schokoriegeln begleitet und bei jeder Besprechung locken Kaffee und Kekse. Abends sind wir so kaputt, dass nur noch eine Tiefkühlpizza in den Backofen geschoben wird. Das traurige Fazit: viel zu viele Kalorien, viel zu viel Zucker und Fett und kaum Vitamine und Mineralstoffe durch Obst und Gemüse.

Sich gesundheitsfördernd zu ernähren ist in jedem Lebensumfeld und jedem Lebensabschnitt von Bedeutung, das wissen wir – im Alltag und in der Freizeit, bei Kindern wie Erwachsenen, zu Hause, aber auch am Arbeitsplatz.

Stand der Dinge

Wir verbringen den Großteil unserer Lebenszeit am Arbeitsplatz. Deshalb ist es umso wichtiger, sich auch dort gesunde Ernährungsgewohnheiten „anzutrainieren“, um ernährungsabhängigen Erkrankungen vorbeugen zu können. Aber nicht nur die physische Gesundheit spielt eine Rolle. Die Ernährung beeinflusst auch maßgeblich die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Konzentrationsschwierigkeiten oder Müdigkeit können beispielsweise auch Folgen einer ungesunden Ernährung sein. Zur Aufrechterhaltung der täglichen Leistungsfähigkeit ist eine nährstoffoptimierte Mittags- und Zwischenverpflegung notwendig.

Die Realität sieht jedoch auch bei uns im betrieblichen Geschehen leider ganz anders aus. Zu üppig, zu fett, zu süß und oft nicht ausgewogen. Meistens möchten die Mitarbeiter nur eine kurze Mittagspause machen, der Weg nach Hause ist zu weit und der Besuch im Restaurant würde zu viel Zeit „verschwenden“. Es soll schnell gehen. Deshalb wird oft auf einen Imbiss in der Nähe gesetzt. Die Corona-Pandemie hat diese Essenssituation nicht verbessert. Im Gegenteil, während der Gang zum Imbiss zuvor wenigstens noch für ein bisschen Bewegung, einen Tapetenwechsel und etwas frische Luft sorgte, werden Pizza, Döner und Pommes nun direkt vor die Türe geliefert. Der Bewegungsradius sinkt auf null und als „Zuckerl“ bei einer hohen Bestellmenge locken zusätzlich zum häufig sehr fetten, nährstoffarmen Essen noch gratis zuckerhaltige Getränke.

Aber warum tun wir uns ausgerechnet im Arbeitsalltag so schwer?

Zeitmangel

Auch wenn man sehr viel Wert auf eine gesunde Ernährung legt, kann es im Alltag durchaus schwierig werden, dem eigenen Kredo treu zu bleiben. Zu wenig Zeit, zu viel Stress – und schon wird ein Sandwich aus dem Supermarkt vor dem PC verschlungen. Durch den beruflichen Alltag und die diversen Freizeitbeschäftigungen hat das Essen, gerade am Mittag und Zwischendurch, meist nur noch einen zweitrangigen Wert. Es wird lieber auf schnelles Essen – Fast Food – gesetzt, damit die beruflichen Anforderungen gemeistert werden können und möglichst abends noch Zeit für die Familie und Freizeitaktivitäten bleibt.

Falsches Angebot

Durch die Industrialisierung hat sich auch das Essensangebot stark verändert. Während früher zu Hause gekocht wurde, ging der Trend in den letzten Jahren verstärkt zum „Auswärtsessen“. Weniger Aufwand und viele günstige Angebote machen es möglich. Frische Lebensmittel wurden immer teurer, während das Angebot an Fast-Food-Ketten, Imbissständen, zucker- und fetthaltigen Speisen im Supermarkt eine Preisrevolution erlebte.

Zu wenig Wissen

Viele Menschen könnten mit einer besseren Ernährung ihre Gesundheit aktiv unterstützen. Dem im Weg stehen oft mangelhafte Selbsteinschätzung und ein fehlendes Risikobewusstsein. Die Risiken von Fehl- und Mangelernährung werden noch mehrfach unterschätzt, obwohl hier weitreichende Gesundheitsgefahren lauern. Auch das Wissen rund um die gesunde Ernährung ist oft nicht ausreichend.

Fehlende Räumlichkeiten

Für eine ruhige Mittagspause fehlt im Moment Platz. Es gibt wenig Möglichkeit in einem ruhigen, abgeschotteten Raum sein Essen achtsam zu genießen. Essen wir am Schreibtisch bzw. am Arbeitsplatz, erleben wir das Essen allerdings eher unbewusst.  Seit 1956 formuliert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in zehn Regeln, wie sich Verbraucher ausgewogen im Alltag ernähren können. Abgerundet werden diese Regeln mit Verhaltensregeln, wie einer schonenden Zubereitung und dem genussvollen sowie achtsamen Essen. Fehlt dieser Raum für das bewusste Genießen, wird die Mahlzeit oftmals, ohne diese bewusst zu schmecken „nebenher runtergeschluckt“. Neben dem Geschmack können wir auch unser Sättigungsgefühl oder die Bekömmlichkeit einzelner Lebensmittel nur bedingt wahrnehmen. Darüber hinaus entspannen wir nicht und tanken keine neue Energie für die zweite Hälfte des Arbeitstages.

Der jetzige Firmenstandort ist mit einer Teeküche ausgestattet. Diese Teeküche ist ein angenehmer, aber sehr kleiner Ort der Kommunikation – mehr ein Ort für eine schnelle Pause im Stehen als für eine gemütliche Mittagspause. Esstische und diverse Kocheinrichtungen fehlen.  

Trotzdem wäre es aber auch mit der Teeküche möglich, die sowohl zeit-, als auch geldsparende Mahlzeitenvorbereitung zu nutzen. „Meal Prep“ heißt der Begriff, der dieses Unterfangen umfassen soll. Bei einer Mahlzeitenvorbereitung beschäftigen wir uns automatisch mit den Lebensmitteln und vermeiden so in der Regel ein Zuviel an Zucker, Zusatzstoffen oder anderen unerwünschten Inhaltsstoffen. Warum wird dieses „Meal Prep“ nun aber so wenig angewendet? Was sind Gründe für ein nicht stattfindendes „Meal prepping“? Das führt uns automatisch wieder zu den ersten drei Punkten – zu wenig Wissen, Zeitmangel und das falsche Angebot an Lebensmitteln. 

Wie werden wir die Situation verbessern?

Roboterkantine

Da es aktuell noch keine innerbetrieblichen Angebote für eine gesunde Mittagspause gibt, besteht die Aufgabe also darin, ein geeignetes Konzept für die Verpflegung im neuen Betrieb zu entwickeln. Passend zu Eberle Automatische Systeme haben wir uns dazu entschieden, eine vollautomatische Roboterkantine zu entwickeln, welche das Herzstück der gesunden Mittagspause sein wird.  Der Prozess der Bestellung der Ware, der Übernahme vom Lieferanten, bis zur Ausgabe der fertigen Gerichte an die Mitarbeiter werden automatisiert. Das heißt, alle Handhabungsschritte werden vollautomatisch ausgeführt. Das soll die Ernährung spannend und reizvoll gestalten. Dieser Prozess soll die Mitarbeiter weg vom Imbiss und hin zu einer gesünderen Variante locken. Hier werden wir mit einer vielfältigen Auswahl an aufwärmbaren Gerichten arbeiten, welche sowohl Makro- als auch Mikronährstoffe abdecken werden. Die Gerichte können ausgewählt und vorbestellt werden und liegen am Mittag zum fertigen Verzehr bereit, ohne dass Wartezeiten und ein unnötiger Zeitverlust entstehen.

Räume für Pausen

Im neuen Firmengebäude verbessert sich die Platzsituation in allen Bereichen – Büro, Werkstatt, Besprechungsräume und Pausenräume. Das bedeutet, dass eine ruhige Mittagspause auf jeden Fall möglich sein wird. Das Essen kann abgeschottet vom Firmengeschehen genossen werden und muss nicht zwischen Büro und Kundenverkehr verzehrt werden. Die harmonisch abgestimmten Räumlichkeiten sollen zu einem achtsamen und genussvollen Verzehr der angebotenen Speisen einladen.

Aufklärung

Mangelnde Möglichkeiten, Zeitmangel und das falsche Angebot wurden mit den obigen Punkten weitestgehend abgedeckt. Fehlt uns noch der Punkt des eingeschränkten Wissens. Was brauchen die Mitarbeiter, um von sich aus, mit dem eigenen inneren Antrieb eine gesunde Ernährung zu wählen? Wahrscheinlich mehr Aufklärung. Diesem Punkt werden wir in Zukunft weiterverfolgen. Durch das große Platzangebot sind im neuen Firmengebäude auch Workshops zu unterschiedlichen Themen möglich – auch zu Makros und Mikros, also einer gesunden und ausgewogenen Ernährung!